Prof. Felix Waechter aus Darmstadt
02.03.2026 | Rückblick Architektur im >Kontext< 2026
Holz als Haltung: Vor mehr als 400 Zuhörer:innen zeigte Felix Waechter in Münster, wie Material, Typus und Zeit seine Architektur prägen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der BDA Münster-Münsterland hatten ihn zur diesjährigen Reihe "Architektur im Kontext" eingeladen. Wegen technischer Probleme musste das LWL-Museum am Domplatz kurzfristig schließen. Die Veranstaltung zog daher in den großen Hörsaal F1 des nahegelegenen Fürstenberghauses um. Der neue Ort erwies sich als Glücksfall: Die hölzerne Innenausstattung aus den 1950er-Jahren stimmte perfekt auf das Thema des Abends ein – innovative Holzbauten.
Felix Waechter, 1971 in Darmstadt geboren, studierte von 1990 bis 1996 Architektur an der Universität Stuttgart, mit einem Gastjahr in Lyon. Von 1996 bis 1998 forschte er an der Harvard University in Cambridge, USA. Anschließend gründete er mit Sibylle Waechter, ebenfalls Architektin, ein gemeinsames Büro. Seit 2016 lehrt er als Professor an der TU Darmstadt im Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion, mit Schwerpunkt Holzbau. Seit 2024 ist er Dekan des Fachbereichs Architektur.
Das Büro Waechter+Waechter genießt international Anerkennung für seine Expertise im Holzbau. Lehre, Forschung und Büroprojekte greifen dabei ineinander. Waechter gliederte seinen Vortrag in die Themen "Material", "Typus" und "Zeit" und veranschaulichte diese mit aktuellen Projekten.
An der kürzlich eröffneten Innovationsfabrik 2.0 in Heilbronn erklärte er die konstruktive Logik der Holzfachwerkfassade. Diese prägt nicht nur das Erscheinungsbild, sondern ermöglicht auch ein stützenfreies Inneres – ideal für die Offenheit, die Start-ups brauchen.
Die Weiterentwicklung von Typologien zeigte er an der diagonal gedrehten Grundrissstruktur des Assessment- und Förderzentrums in Neuwied sowie dem Neubau des Historischen Archivs in Köln, welches gleichermaßen geschlossen wie offen wirkt.
Zum Thema "Zeit" – oder, wie Waechter es formulierte, „wenn Geschichte Räume schreibt“ – präsentierte er das erweiterte Theater in Heidelberg mit seiner doppelt bespielbaren Bühne. Ebenso beeindruckte die jüngst wiedereröffnete Stadthalle von 1903, ebenfalls in Heidelberg. Mit Spannung erwartet wird der Abschluss der Sanierung des 1897 eröffneten Varieté-Theaters Walhalla in Wiesbaden.
Waechters Bauten folgen dem Anspruch, Konstruktion als Zusammenspiel von Entwurf, Material und Detail zu begreifen. Vom klimapolitischen Ansatz bis zum architektonischen Innovationsgeist überzeugte er an diesem Abend das Publikum.
Der Videomitschnitt des Werkvortrags von Prof. Felix Waechter folgt in Kürze.