HAUSBESUCH "Forum", LWL-Museum Hellerlecht|Detmold
Gebautes Manifest für zukunftsfähiges Planen und Bauen
Datum: Mittwoch, 15. Juli 2026
Uhrzeit: 13:00 bis ca. 16:00 Uhr
Ort: LWL-Museum Hellerlecht|Detmold*
Adresse: Krummes Haus, 32760 Detmold
Treffpunkt: Auditorium im neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäude „Forum“
* Der Name des bisherigen LWL-Freilichtmuseums Detmold wird mit Eröffnung des Forums Anfang Juli angepasst.
Bauen im Wandel: Das Plus-Energie-Konzept des neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes
Was zeichnet einen Museumsneubau aus, der eine Antwort auf die Kernfragen der aktuellen Bauwende liefert? Wie lassen sich Ressourcen schonen, Barrieren überwinden und zeitgemäße Museumsnutzungen ermöglichen? Und inwiefern sind Entwurf und Prozess übertragbar?
Der Entwurf von ACMS Architekten (Wuppertal) für das neu errichtete Eingangs- und Ausstellungsgebäude "Forum" des LWL-Museum Hellerlecht|Detmold versteht sich als gebautes Manifest für zukunftsfähiges Bauen und verbindet dabei traditionelle Baustoffe mit Low-Tech-Architektur.
Zentrales Trag- und Klimaelement im Innenraum des Ausstellungstraktes ist eine imposante, neun Meter hohe und 60 Zentimeter dicke Stampflehmwand. Der Mehraufwand in der Ausführung soll sich in der Bilanzierung auszahlen: Die massiven Stampflehmschotten dienen als hocheffiziente thermische und hygrische Speichermasse. Ein Raumklima-Monitoring wird in den ersten Betriebsjahren die Leistungsfähigkeit dieses natürlichen Klimapuffers evaluieren, der zugleich die strengen konservatorischen Anforderungen für hochempfindliche Exponate auf rund 900 m² Ausstellungsfläche emissionsarm gewährleisten soll. Planung und Bau des Gebäudeensembles wurden intensiv im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprojekts begleitet.
Der Entwurf bricht mit der gängigen Praxis hochtechnisierter Museumsarchitektur. Stattdessen setzten die Planer:innen auf radikalen Pragmatismus: Holz und Lehm wurden streng funktional dort integriert, wo sie im Lebenszyklus konstruktiv sinnvoll sind und die Folgekosten im Betrieb minimieren.
Im Zusammenspiel mit den umfassend neugestalteten Grünräumen der Eingangssituation fügt sich die Architektur der drei unterschiedlichen Gebäudevolumina selbstverständlich in die Topografie der Ausstellungslandschaft ein.
Im Rahmen einer Architekturführung und einer ausführlichen Darstellung der Nachhaltigkeitsbausteine durch den Projektarchitekten Simon Waigand werden wir das gerade fertiggestellte Gebäudeensemble erleben. Die Architektin Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück hat die begleitende Forschung fachlich betreut und wird dieses Modellprojekt in die aktuellen Bemühungen um zukunftsfähiges und ressourceneffizientes Bauen einordnen. Begrüßt werden wir von Museumsdirektorin Dr. Marie Luisa Allemeyer, die erläutern wird, welche erweiterten Möglichkeiten für das Museum sich durch den Neubau ergeben.
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Eine Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung wurde bei der Architektenkammer NRW beantragt.
Programm
12:45 Uhr
Eintreffen der Teilnehmenden
13:00 Uhr
Begrüßung im Auditorium
Darius Djahanschah
LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Team Baukultur
Dr. Marie Luisa Allemeyer
Direktorin LWL-Museum Hellerlecht|Detmold
13:15 Uhr
Einführung: Der Neubau des Eingangs- und Ausstellungsgebäudes im Kontext des Freilichtmuseums
Dr. Marie Luisa Allemeyer
Direktorin LWL-Museum Hellerlecht|Detmold
13:45 Uhr
Erläuterung Architektur und Nachhaltigkeitskonzept sowie Gebäudeführung durch den Neubau
Simon Waigand
Geschäftsführender Partner ACMS Architekten, Wuppertal
15:00 Uhr
Das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude im Spiegel aktueller Innovationen zukunftsfähiger Bauten – Eine Einordnung aus Sicht der Forschung
Sabine Djahanschah
Referatsleitung Zukunftsfähiges Bauwesen, DBU, Osnabrück
15:30 Uhr
Werkvortrag ACMS Architekten – Aktuelle Projekte des Büros
Simon Waigand
Geschäftsführender Partner ACMS Architekten, Wuppertal
16:00 Uhr
Ende der Veranstaltung
Für Getränke, Kaffee und Kuchen ist gesorgt.
Anmeldung
Mittwoch, 15. Juli 2026, 13:00 bis ca. 16:00 Uhr
Die Veranstaltung ist kostenlos. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt (es zählt die Reihenfolge der Anmeldungen).
Um Vertreter:innen aus möglichst vielen unterschiedlichen Kommunen und Kreisen eine Teilnahme zu ermöglichen, bitten wir darum, von Gruppenanmeldungen abzusehen.